10 Boats in Mitillini – Unsere Frühschicht

[Artikelfoto: Das Team für den Südosten Lesbos‘, wenn die Flüchtlinge von der Westtürkei überzusetzen versuchen. Von links: RAHEL, MICHU, ein weiterer Helfer und ÄNDU.]

Im Norden von Lesbos war’s am 24. und 25. Dezember ruhig. Wenige Boote setzten über. Der Druck der europäischen und türkischen Politik führt dazu, dass die Flüchtling vermehrt von der kürzesten Fahrt an die Nordküste von Lesbos immer mehr in den Nordosten und in den Südosten verdrängt werden: Das ist länger, gefährlicher und teurer. Somit bricht das gefährliche Flüchten vor allem im Süden nicht ab.

Noch schlimmer: In türkischen Gewässern fand vorgestern wieder – es will nicht abbrechen, dieser Irrsinn! – ein Drama statt:  Mehrere Menschen ertranken, ein Dutzend wird vermisst. Was für eine „Fest der Liebe“-Bilanz für die Konzeption einer europäischen Migrationspolitik!

Aufgrund Informationen der syrischen Diaspora in Finnland (siehe „Der Strom der Flüchtlinge bricht nicht ab„) bezüglich beabsichtigter Fahrten oder solcher, die bereits angebahnt wurden, ’setzte‘ um 00.30 Uhr auch unser Südteam ‚ab‘: MICHU mit seiner Frau RAHEL, ihr Trauzeuge ÄNDU sowie einem weiteren Helfer.

Es wurde eine harte ‚Schicht‘: Zwischen 3 Uhr Morgens und 2 Uhr Nachmittags wurden zehn Boote an Land geholfen, mit Licht, mit Hand Anlegen am Boot, mit Betreuung der Gestrandeten. MICHAEL selbst berichtet. „Das sind gut 500 Menschen, darunter 150 Kinder, 50 Kleinkinder. Ich habe selber sechs Neugeborene vom Boot durch das Wasser an den Strand getragen.“ Als für die Vier die  Ablösung folgte, war ihnen ihre Erschöpfung ins Gesicht gezeichnet. Und sie lechzten nach Wasser.

Über unseren Chat erreichte uns noch in der Nacht eine Botschaft von RAHEL:

„Mein(?) Europa 2015: die Notfallchats laufen momentan heiss durch Helfer, die nach Brennholz fragen, weil die Leute draussen übernachten und am Frieren sind!!! Geschweige denn die zig Boote, die JETZT unterwegs sind, um Griechenland zu erreichen. Es ist eine einzige Schande!!!“

Die Nachricht erreichte uns um 01:20 Uhr.

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Spuren der letzten Nacht an der Küste südlich des Airports Mitillini. – (Noch) nicht beiseite geräumt.

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Dank dem Einsatz des „Teams HUMANITY“, von „ISRAHELP“, „BOOTVLUCHTELING. Boat Refugee Foundation“, den Bussen vom UNHCR, die im Süden zum Einsatz kommen, und der Delegation von „Swisscross.help–Team Michael Räber“ kamen alle Flüchtlinge bei Mitillini ‚wohlbehalten‘ an.

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