CONCLUSION I – 21st Century, when Humanity becomes illegal? – Oder ist gerade MITMENSCHLICHKEIT DER Schlüssel für Europas Zukunft?

[Artikelfoto: Im kleinen, abgelegenen Hafen von Tsonja im Nordosten von Lesbos steht seit zwei Wochen ein verlassenes Schiff, mit dem in einer dunklen Nacht gut 300 Flüchtlinge nach Europa gebracht wurden. Nun steht es da, als Wrack, nutzlos, in Scherben – wie bald das heute noch gültige Migrationskonzept des Schengenraums?]

Nach viereinhalb Wochen auf Lesbos sehe ich den Moment gekommen, eine erste Zwischenbilanz – CONCLUSION I – zu wagen:

Ich lade Sie als Leser vorerst ein, auf einer allgemeinen Ebene zu rekapitulieren, worum es denn eigentlich geht.

Migration im Kontext zu Recht, Humanität und Politik
  • Seit Entstehen der Art Homo sapiens ist Migration eine zivilisationsprägende Kraft. Sie sorgt ständig für neue Impulse. Man kann sie nicht verhindern. Sie ist nur dann beschränkt in gewünschte Bahnen zu lenken, wenn das Lenken weitsichtig gedacht und umgesetzt wird.
  • Eine der Errungenschaften von Zivilisation ist der Grundsatz SAFETY FIRST. Der Schutz der Würde des Menschen und dessen Schutz vor Bedrohung von Leib und Leben sind Grundpfeiler von demokratischen Gesellschaftsordnungen. Nationen und transnationale Organisationen stehen im Dienst, die Menschen – jedes einzelne Individuum, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Rasse, Ethnie, Religion – zu SCHÜTZEN und den Rahmen zu schaffen, dass das Individuum in Würde ein freies Leben – sein freies Leben – gestalten kann. Als Gegenleistung hat das Individuum Pflichten zu erfüllen: die Einhaltung von Gesetzen, das Zahlen von Steuern, das Mittragen von Solidarsystemen, ohne die ein Zusammenleben nicht möglich wäre. Ein ständiges Geben und Nehmen, das in seiner Konkretheit ständig hinterfragt, geprüft und nötigenfalls neu justiert werden muss.
  • Zu den Rechten und Pflichten gehört auch das uneingeschränkte Recht, einen Asylantrag zu stellen, und das Anrecht, dass dieser Antrag auf ordentlichem, menschenwürdigem Weg geprüft wird. Es geht also um RECHTSSTAATLICHKEIT und HUMANITÄT, beides doch schwergewichtige Ankerpunkte nationaler und internationaler Organisationsformen und ihrer zugehörigen Governance. Menschen daran zu hindern, überhaupt die Möglichkeit zu bekommen, einen geordneten Asylantrag stellen zu können, indem man sie „wie Vieh“ ausserhalb des Asylrechtsraums in der Türkei hält, ist Unrecht.
  • Wir wissen, es gibt nicht nur gesellschaftliche Ziele, sondern auch Gesetze, die sich gegenseitig widersprechen können: Deshalb gibt es auch unter-, neben- und übergeordnetes Recht. Verfassungsgerichte, Oberste Gerichtshöfe oder Bundesgerichte müssen manchmal klären, was nun eigentlich zu gelten hat … und was Vorrang geniesst. Somit stellt sich die Frage, mit welchem Recht verwehrt das Schengeneuropa den Flüchtenden das Recht auf legale Einreise und das Recht auf einen Asylantrag nach rechtsstaatlichen Standards? Auf der Basis welchen übergeordneten Rechts setzt sich das Schengeneuropa über Menschenrechte hinweg, wo es doch eine Europäische Menschenrechtskonvention gibt? Sind es nicht einzig und allein die NICHT VERHANDELBAREN MENSCHENRECHTE, die uns von Putin, Assad, Wahabiten, IS, Al Kaida etc. unterscheiden?
Konkret auf Lesbos – „Be human“ ist der Kompass der Freiwilligenarbeit, während geltendes Recht Überlebenshilfe als illegal bezeichnet.

Wer in diesen Zeiten auf Lesbos weilt, lernt Erstaunliches, oder besser, erstaunlich ENTRÜCKTES als alltäglich greifbare Realität kennen. Wer genug lange auf Lesbos verbracht hat, für die oder den ist folgende Frage nur noch rhetorischer Art:

Wird mit der europäischen, ja globalen Migrationskrise und dem eingeschlagenen Weg, wie man damit umgeht, etwa deutlich, dass das Prinzip von humanity – Mitmenschlichkeit – in den Fauteuil-Etagen der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft an Wert und Durchsetzungskraft verliert, während an der ‚Front‘ wie hier in Lesbos die Hundertschaften von volunteers primär nach diesem Prinzip verfahren? – Siehe dazu die Artikel „Merry Christmas – Part II“ und „The Responsibles – die Privaten und die NGO’s„.

In den nationalen Parlamenten und Regierungen Europas, einschliesslich der Schweiz als Nicht-EU-Land, wird monatelang gestritten, abgewiegelt, verdreht, und – von hier aus beobachtet – auf unerträgliche Art und Weise gejammert. Wer hier weilt und die realen Auswirkungen dieser Geschwätzigkeit erlebt, mit ihnen zu kämpfen hat, hat nach Monaten des Elends das letzte Quentchen Verständnis dafür verloren. Von Lesbos aus erscheint Europa wie ein Bruegelsches Bild eines KONTINENTS VON JAMMERLAPPEN. Monatelang das gleiche Geschwätz. Für Europa geht’s primär um die „Sicherung der Aussengrenzen“, was dies dann konkret für die Aussengrenzen bedeutet, will man aber nicht so genau sehen und hören. CSU-Seehofer fordert – was das Schweizer Stimmvolk mit 50.3% Mehrheit schon bestimmt hat – nach oben begrenzte Einwanderungskontingente, CDU-Merkel wiegelt ab. Alle paar Tage wiederholt sich dieses (Trauer-)Spiel von Neuem. GREAT Britain hat sich von der kontinentalen Verantwortung schlicht verabschiedet. Das Portal des Euro-Tunnels in Calais ist eine Festung, vor der die Flüchtlinge unter katastrophalen Verhältnissen dahin vegetieren. La GRANDE Nation kümmert sich kaum darum. Sie ist primär mit sich selbst beschäftigt, liegt darnieder und ist inzwischen so fremdenfeindlich, dass die Grundsätze „liberté, égalité et fraternité“ nur noch zum Mahnmal aus dem Echoraum der Geschichte taugen. Die Osteuropäer machen die Schotten dicht, als ob es im letzten Jahrhundert nie Flüchtlingsbewegungen vom Osten nach Westen gegeben hätte.

Und vor Ort in Lesbos kommen die nationalen und internationalen „.orgs“ nie richtig in die Gänge, nicht nur, aber auch weil sie am Gängelband der Jammerer agieren müssen. Somit steht der „organisierten Unverantwortlichkeit“ der staatlichen und suprastaatlichen Einheiten eine „Transatlantische Union von Freiwilligen“, die aus Privaten und den NGO’s bestehenden Gruppierungen, gegenüber. Ohne jemals einen Auftrag dafür bekommen oder darauf gewartet zu haben, sind sie es, die an der Flüchtlingsfront die Hauptverantwortlichen – „The Responsibles“ – sind.

Diesen Gegensatz zu erkennen, ist sowohl erschreckend als auch spannend: Das Hilfssystem auf Lesbos wird also zu grossen Teilen von Freiwilligen gestemmt, seit Monaten, 7 Tage die Woche, tags und nachts. Diese Freiwilligen aus Europa, Amerika, Australien und Asien kommen zu einem beträchtlichen Teil aus der Altersklasse von 20-35 (40) Jahren. Die Mittelalterlichen bis 55 (60) Jahren sind am spärlichsten vor Ort zu finden, was teils mit Berufs- und Familienpflichten erklärbar ist. Die wieder unabhängigeren Pensionäre leisten wiederum einen beachtlicheren Beitrag. Fragt man unter den Helfenden nach deren Motivation, hier einen unentgeltlichen Einsatz zu leisten, kristallisiert sich ein dominanter Punkt heraus: Alle sind im Kern angetrieben durch das PRINZIP DER MITMENSCHLICHKEIT. „Be human“ ist die einfache und doch nicht so simple Antwort.

Als hier in Lesbos Anwesender, der selbst anpackt, der beobachtet, fotografiert und schreibt, stehe ich wie wohl viele vor einem Dilemma:

  1. Soll ich mich daran erfreuen, dass sich hier eine junge Generation fit macht für ein empathischeres, mitmenschlicheres, soldarischeres Weltverständnis?
  2. Oder ist der Ärger, zuweilen die bare Wut auf bestehende, unmenschliche Regelungen und Gesetze und deren Vollzugsorgane (Polizei, Armee, Frontex, Behörden, …) so gross und alltäglich, dass sie mich zusehr einzunehmen droht.

Um dieses Gefühl von Ärger und Wut nachvollziehen zu können, folgende Ausführungen: Die griechische Hafenbehörde hat klargemacht, dass jede Hilfe, die den Bootsflüchtlingen geleistet wird, währenddem sie noch auf dem Wasser sind, als Beihilfe zur illegalen Einwanderung betrachtet wird. Wer also am Ufer den Flüchtlingen mit Licht signalisiert, wo sie am Besten hinfahren sollen, um unversehrter an Land zu kommen, macht sich STRAFBAR. Wer im Wasser steht und Flüchtlingen aus dem Boot ans Ufer hilft, handelt ILLEGAL. Die spanischen und griechischen Rettungsschwimmer – „Proactiava Open Arms“ bzw. „Lifeguard Hellas“ – mit ihren Schnellbooten und Jet Skis, sowie „Sea-Watch“ und „Greenpeace“ mit ihren Schnellbooten handeln ILLEGAL, wenn sie versuchen, die überfüllten Flüchtlingsboote an einen sichereren Ort zu führen, um keine Leben zu gefährden. Volunteers und Einheimische an Land handeln ILLEGAL, wenn sie Flüchtlinge – nass, verängstigt, körperlich oder an ihrer Seele verwundet – transportieren, auch wenn es um Transporte in ein Transitcamp handelt. Alles wird als SCHLEPPERTUM qualifiziert. Flüchtlingen ist es verwehrt, in einem Hotel zu übernachten, sie müssen stattdessen in der Kälte und nun auch Nässe in völlig ungenügenden Zelten im Camp Moria ausharren.

Wie absurd ist ein Gesetzgebungsprozess, ob nun national oder international, der sich nicht nur ausdenkt, sondern auch als geltendes Recht festschreibt, dass Überlebenshilfe illegal ist? – Welch verschrobenes Menschenbild liegt solcher Politik und Rechtsprechung zugrunde? – Wie froh sind alle hier Helfenden, dass die Polizei zwar immer mal wieder Passkontrollen durchführt, aber sonst wegschaut. Behördlicher Ungehorsam, weil’s im Konkreten schlicht nicht zu verantworten ist, geltende Regeln umzusetzen? So wie es letztlich auch die „Frontex“ auf dem Wasser tut. Doch was wird geschehen, wenn die EU-Kommission und die europäischen Staatsoberhäupter und mit ihnen der Schweizerische Bundesrat, das Schweizer Parlament im Nacken wissend, ihre Drohungen wahrmacht, und die Grenzkontrollen an den Aussengrenzen nochmals verschärft? Wir warten darauf, dass ein Exempel statuiert wird, und ein(e) Überlebensretter(in) als Schlepper(in) angezeigt wird.

Werden bei einer Verschärfung noch mehr Boote von der Küstenwache abgestochen (siehe  „Mhd „ZIKOS“ story“)? Soll man dann junge Menschen, junge Familien mit ihren Babys und Kleinkindern sehenden Auges ertrinken – somit regelrecht versaufen – lassen, oder zumindest das Risiko noch erhöhen, dem sie sich schon aussetzen müssen, weil man ihnen einen geregelten Asylantrag an der Grenze des Schengenraums nicht zugesteht? Ist das jenes 21. Jahrhundert, das wir anstreben? Welche eine Welt soll das denn nur sein, wenn urmenschliches Tun illegal ist?

Doch wen interessieren solche Fragen? Europas Verbund von egomanischen Nationalstaaten konzentriert sich darauf, innerhalb einer hochgradig globalisierten Welt ein konstruiertes ‚Paradies‘ gegen aussen abzusichern. Diese Schengenstaaten-Konstruktion soll jenen Sicherheit bringen und erhalten, die sich bereits drin befinden. Da sich die Konstruktion nun noch zu löchrig erweist, sollen die Aussengrenzen Burgmauern gleich noch mehr gefestigt und undurchlässiger gemacht werden.

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Die Europäische Firewall-Migrationspolitik wirkt wie aus der Zeit der Burgen, Schlösser und Wehrmonumente. – Im Bild die Burg, die über dem Städtchen Molivos thront.
Das „Europäische Gift“ und dessen Auswirkungen

Jenseits jener Aussengrenzen sitzen immer noch Hunderttausende Flüchtlinge in der Türkei fest, können weder zurück noch nach vorne. Sie können weder arbeiten noch haben sie demokratische Rechte. Europa hat sie mutwillig, aber ohne wirklich an die Konsequenzen zu denken, in eine „Zwischenablage“ auf türkischem Territorium gesteckt, in der es nur eine Option geben kann: RAUS und übers Meer ILLEGAL nach Europa zu gelangen, auch wenn sie dabei ihr Leben riskieren. – Siehe den Artikel „Irresponsabiliy.org – Die organisierte Unverantwortlichkeit„.

Einer in unserem aktuellen „Swisscross.help“-Team steht in regelmässigem Kontakt zu einer befreundeten jesidischen Familie aus Syrien, die vor der Wahl zwischen IS-Ideologie und Tod flüchtete und nun in der Türkei festsitzt. Ihre Botschaft ist unmissverständlich: Sie wollen unbedingt weg aus der Türkei. Ihr Drang ist so gross, dass sie kaum auf die Hinweise eingehen, wie gefährlich für eine Überfahrt die Wetterbedingungen mit Wind und Wellen der letzten Tage waren. Doch das Festhängen im Schlepperhotel ist erniedrigend und teuer. Sie wollen sich befreien, von dieser schlechten Behandlung, vor der Unfreiheit, vor der Ungewissheit. Ihr Drang, der Unfreiheit zu entkommen, ist so gross, dass sie auch als Drei-Generationenfamilie, darunter kranken Mitgliedern, Warnungen vor Gefahren bei der Überfahrt kaum mehr hören wollen. Wie verzweifelt muss man sich fühlen, um so zu handeln?

Flüchtlinge berichten nach der Ankunft auf Lesbos, wie schlecht, ja menschenunwürdig sie von Polizisten und Schleppern behandelt, ja misshandelt wurden. Abraham „ABE“ Teran (USA) berichtet: „One of the women told me the Turks were evil. They had charged them twice to send them in a dinghy because the first time was a failure. For 23 of them, the Turks had charged them 65,000 euros. One of them was a Turkish Policeman in uniform. She told that the police had put 3 men from Iraq in Jail truing tonget on a boat without paying. Many more things she said but confirming it is near impossible.“ Der Syrer Mhd „ZIKO“erzählte, seine Flüchtlingsgruppe und viele andere, die ihm dies erzählten, seien „wie Tiere“ behandelt worden, eingesperrt in menschenunwürdigen Warteräumen und dann wie Vieh auf die Boote getrieben, so viel wie es nur geht, unabhängig von der sich damit noch erhöhten Gefahr (siehe „Mhd „ZIKO’s“ Story – Sergeant, Refugee, Volunteer and Friend“).

Dies alles geschieht, nachdem / weil die EU mit Erdogans Pseudo-Demokratie einen Deal, einen „Aktionsplan“ vereinbart hat, der sich für die Flüchtlinge wie eine ‚Giftspritze‘ auswirkt. Wie bereits in einem früheren Artikel gefragt: Ist es Zufall, dass sich die Nachrichten häufen, dass tödliche Dramen – und gemeint sind ’nicht nur Einzelschicksale‘ – in der türkischen See sich abspielen. Ist das Zufall? Aus europäischer Sicht scheinen dies schlicht sogenannte „Kollateralschäden“ zu sein, die man für die Grenzsicherung in Kauf zu nehmen hat, so untauglich sie sich auch erweist. Man kann dann ja die Türken verantwortlich machen – für etwas, was man eigentlich selbst zu verantworten hat, weil man nicht vertrauenswürdige Systeme unterstützt, indem man mit ihnen  ‚Politgeschäfte‘ macht.

MICHAEL Räber schreibt: „Je geschlossener die Grenzen sind, desto glücklicher sind die Menschenschmuggler. Europa hat sich selber zum Schmuggler-Eldorado gemacht!“ Europa schafft und fördert an ihren Grenzen dank ihrer firewall mafiose Strukturen im grossen Ausmass. Polizeilich gegen Schlepper vorzugehen, ist ein Tropfen auf den heissen Stein, annähernd vernachlässigbar. Dies macht nur die einzelne Überfahrt teurer, was den Schlepper freut. Solange dem Geschäft die Geschäftsgrundlage (die illegale Einfuhr) nicht entzogen wird, wird dieses Geschäft trotz türkischer Repression nicht nur weiterbestehen, sondern florieren. Dies ist eine ganz einfache ökonomische Logik, die die politisch Verantwortlichen in Europa nicht verstehen wollen. Wenngleich es wohl viele gibt, die dies schon durchschauen, ABER DANN HALT DOCH STILLHALTEN. Haben sie vom „venenum europaeum“ – dem „EUROPÄISCHEN GIFT“ – dieser Jahre gekostet, das ihnen erlaubt, bei so vielen Dingen, auch wichtigen, in feiger Selbstbezogenheit NUR NICHT SO GENAU HINZUSCHAUEN, weil’s sonst Arbeit und Verantwortung bedeuten würde, weil man dann für die Grundwerte Europas einzustehen, ja für diese zu kämpfen hätte? Wo sind die europäischen „Easy Rider der Demokratie“ (Held und Minsch (2011), „Die Denk-Allmend“) – Wo? –, die für solches einstehen und dafür auch den politischen Infight gegen das „Europäische Gift“ nicht scheuen?

Sehen wir doch wieder einmal auf den Datenstand vom UNHCR, 31.12.2015: Im Jahr 2015 kamen 1’008’616 Flüchtlinge übers Meer ins Schengeneuropa, davon 851’319 über Griechenland und 500’018 über Lesbos. – Eine halbe Million Menschen kam auf dem Seeweg nach Lesbos, illegal, weil man ihnen keine andere Wahl liess und immer noch keine bietet. Die Auswirkungen des „Europäischen Gifts“ hat sie aufs Wasser gezwungen. Sie flüchteten im Dunkeln, im Morgengrauen oder teils auch tagsüber. Das „Europäische Gift“ liess auch zu, dass Lesbos, eine Insel von 60’000 Einwohnern, lange Zeit auf sich alleine gestellt war und in überwiegendem Masse im Stich gelassen wurde, wenn da nicht die Freiwilligen und die NGO’s in die Lücke gesprungen wären: viele auf eigene Kosten, in ihren Aktionen unterstützt durch Spendengelder. Sie handelten in einem „Akt politischer Schönheit“, wie die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ dies bezeichnen würde.

Es mutet schon bemerkenswert, ja schlicht verrückt an: Den Grossteil der ‚Aufräumarbeit‘ für eine verfehlte Migrationspolitik Europas leisten Freiwillige, zuvor waren’s hier auf Lesbos die Einheimischen. Diese Aufgabenteilung findet jedoch in kaum einer Regierungsbilanz Eingang. Warum auch? Mit immer wieder zugespitzten, zum Nachdenken anstiftenden Worten meint Philosoph und Aktionskünstler Philipp Ruch vom „Zentrum für politische Schönheit“ in einem Interview in der Neuen Zürcher Zeitung NZZ: „Heute hagelt es Menschenrechtspreise, wenn man auch einfach nur nichts tut wie Angela Merkel, die vom «Time»-Magazine zur Person of the Year ernannt wurde.“

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Solcherart Verbrüderung von Politik und Medien können die betrüblichste und schwerwiegendste Bilanz des politischen Migrationsirrsinns in Europa IN NICHTS BESCHÖNIGEN: 3’771 Menschen starben gemäss UNHCR-Daten 2015 im Mittelmeer oder werden noch vermisst. Zahlen, Zahlen, Zahlen. Sie können niemals das entstandene Leid nachvollziehbar machen. Für mindestens 3’771 Familien ist es nur schrecklich. In unserer Gruppe leiden wir mit einer dieser 3’771 Familien ebenfalls mit, weil wir sie zum Teil kennenlernen durften, in ihrer grössten Not. Es ist jene Familie, die am dramatischen 16. Dezember 2015 ihr Baby verloren hat, und wir unsere eigene „Rote Linie“ als Helfer überschritten hatten (siehe „STOP IT! – SAFE PASSAGE“).

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Ein erneuter Blick auf dieses verstörende Foto, hinein in diese eindringlichen Blicke der Verzweiflung, und die Wut auf das „Europäische Gift“ ist immens.

3’771. Was für ein kollektives Versagen! Es macht sprachlos. Es müsste alle Europäer sprachlos machen, sodass über dem Kontinent eigentlich eine Todesstille hängen würde, nur durchbrochen von Abertausenden von Hilfeschreien von in Seenot geratenen Flüchtlingen. Doch dieses Europa stellt sich taub. Was man hört, ist das Gejohle und Gezerre der Jammerlappen. Unentwegt und unerträglich.

Der Kontinent, dem ich mich eng verbunden fühle und der meine Heimat ist, wirkt jetzt vor allem: selbstbezogen, primitiv und hässlich. (Noch) nicht bereit, das Essenzielle und Wichtige zu sehen und zu hören. (Noch) unfähig, dementsprechend einen Kompass in eine humanere Zukunft zu bedienen. Es ist ein Europa, das erschreckend ziel-, orientierungs- und ratlos wirkt. Nicht dem Wissen und der Kompetenz eines 21. Jahrhunderts entsprechend.

3’771! Das sind mehr Menschen, als jene, die am „Nine Eleven“ 2001 starben, einem Ereignis, von dem man sagt, es habe die Welt verändert. Und diese im Mittelmeer ertrunkenen Menschen? Verändern sie unsere Wahrnehmung, unsere Gewichtung in unseren Köpfen und Herzen? Veranlassen sie uns, die untauglichen, „giftigen“, weil menschenverachtenden, ja tödlichen Konzepte und Politiken zu beseitigen?

Was will Europa? Was wollen wir?

Wollen wir den eingeschlagenen Weg fortführen und die Schleppermafia, die korrupten Polizisten, Militärs, Politiker in der Türkei mit Milliarden alimentieren, ihr menschenverachtendes Gebahren dulden, ja stützen, sogar fördern, indem man ihnen die Grundlage für ein rentables Milliardengeschäft erst ermöglicht? – Eine Million Flüchtlinge zahlen für die Überfahrt 1’000, 1’500, 2’000, 2’500 EURO, plus weitere Ausgaben, für den Aufenthalt und das Flüchten. Das ist eine einfache Rechnung. – Und den Griechen werden ihre Küsten verschmutzt und ihr Tourismus zerstört, ein Griechenland, dem man ja eigentlich auf die Beine helfen wollte.

Haben wir das so gewollt? Und vor allem: Wollen wir das jetzt immer noch, je mehr man darüber weiss und darüber nachdenkt? Haben wir die Kraft, Fehler einzugestehen und das Ruder herumzureissen, das neu justiert hinsteuert auf ein 21. Jahrhundert, das sich auf seine humanen Urwerte besinnt?

Eine legale – und gefahrlose – Einreise von einer Million Menschen, wie sie jetzt illegal erfolgte, würde viele öffentliche Gelder der ‚Grenzsicherung‘ einsparen helfen, die man dafür verwenden könnte, neue und bessere Asyl- und Intergrationsstrukturen zu schaffen. Statt das Geld in die Taschen von Kriminellen zu stecken, würden wir es in die Integration und in die zukünftige Gestaltungskraft mehrheitlich junger Menschen investieren. Darunter wären Menschen wie Mhd „ZIKO“: Menschen mit Idealen, mit Leadership- und Unternehmer-Qualitäten, die Europa brauchen kann. Offensichtlich dringend nötig hat. Es sind darunter auch Menschen, die die in Europa neu erlernten Kompetenzen auch wieder zurück in ihre ursprüngliche Heimat tragen würden, um etwas Neues aufzubauen. Neues, das sie und ihre Netzwerke nicht mehr zwingt wegzugehen, wenn wir denn endlich auch bereit sind, mit anderen Kriminellen in Syrien, Iran, Irak, Saudi-Arabien, Katar, Russland, etc. nicht mehr so gedankenlos, so bedingungslos Geschäfte zu machen.

DAS SIND GROSSE / KOMPLEXE / SCHWIERIGE ZUSAMMENHÄNGE, ABER GENAU UM DIESE GEHT ES. WIR SIND VERDAMMT DAZU, UNS DIESEN ZU STELLEN. KLEIN ZU DENKEN, UM „EPOCHALE KRISEN“ ZU BEWÄLTIGEN, WÄRE IRRSINN – ERSTAUNLICHERWEISE IST ES EXAKT DAS, WAS JETZT GERADE GEMACHT WIRD, IM EUROPA DER JAMMERLAPPEN UND MICKRIGDENKER.

Das Wissen und das Können, in grossen Zusammenhängen zu denken und zukunftsfähig, das heisst human, nachhaltig und „politisch schön“ zu handeln, ist vorhanden oder ist – wenn noch nicht ausreichend geschaffen – erlernbar. Es hängt von der Bereitschaft ab, umzudenken und die bisherigen Konzepte konkret anzupassen. Zuerst in unseren Köpfen, dann in unseren staatlichen und notwendigerweise überstaatlichen Strukturen.

Was gefragt ist, ist Unternehmertum im übergeordneten Sinn.
Vor Jahren habe ich eine universelle und so einfache Frage gelernt, die ich gerne wiederhole, weil sie im Kern keine Ausflüchte zulässt:

UNTERNEHMEN ODER UNTERLASSEN?

Humanity / Mitmenschlicheit der Zukunft ist keine göttliche Gabe, auch kein Nebenprodukt unseres Tuns. Sie ist bedingt durch die Beantwortung einer zivilisatorischen Schicksalsfrage, ob wir bereit sind, auch das Notwendige dafür zu UNTERNEHMEN.

Denn ohne gelebte Mitmenschlichkeit ist das Leben trostlos und Nationalstaaten und ihre supranationalen Verbünde, die unfähig sind, unmissverständlich „Rote Linien“ zum Schutz der Mitmenschlichkeit zu setzen und diese einzuhalten, wären – sind es aktuell – nur noch blutleere, ‚vergiftete‘, hässliche Konstrukte.

HUMANITY ist und bleibt somit der Schlüssel für eine zivilisatorische Zukunft EUROPAS. Das ist der wichtigste Faktor des europäischen Kompasses und ist so auch nicht einfach aus den „Grundeinstellungen“ des Programms Europas löschbar.

Wenn dies so gälte, käme fürs Mare Nostrum nur ein pragmatischer Weg in Frage: SAFE PASSAGE!  – Siehe auch „STOP IT! – SAFE PASSAGE“ und „THE END OF A REFUGEE BOAT“. – Und dies nicht irgendwann, sondern JETZT. Vorletzte Nacht konnte dreien Booten – mit 21, 22 und 56 Personen an Bord – nicht an Land geholfen werden. Warum? Sie sind bei stürmischer See bereits auf dem Weg untergegangen. Zwei sind einfach verschwunden, vom dritten konnte die türkische Küstenwache lediglich 7 lebend bergen.

Das Leiden, ja das Sterben geht auch 2016 weiter.

Stop it.

 

SAFE PASSAGE – NOW! 

 

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Foto geschossen vor dem Registrierungscamp Moria, 06:00 Uhr: Ein Taxifahrer in Anzug und mit Krawatte organisiert den Transport mehrerer Flüchtlingsfamilien Richtung Fähre. Auf den ersten Blick sieht dies so unwirklich aus. Doch ist es nicht ein Bild mit Symbolkraft für Europa, eine sichere, legale Überfahrt übers Mittelmeer in den Schengenraum zu ermöglichen: wohl geordnet, mit Anstand und Haltung?

Europa schrumpft. Jedes Jahr um viele Millionen. Es braucht alljährlich von Neuem Nachwuchs und ‚Nachschub‘ in Millionenhöhe, damit die Leistungsfähigkeit und der Lebensstandard Europas gehalten sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Kräften aus Amerika und Asien gesichert werden kann. Statt danach zu handeln, wird unser Leben in Europa (noch) an „toxischen Ideen“ ausgerichtet. Das einzig Gute daran ist, dass soviel Irrsinn langfristig nicht überleben kann.

Und an Orten wie Lesbos, wie auch an der Balkanroute oder in den Integrationszentren in verschiedenen Ländern, Städten und Gemeinden sind vor allem junge Menschen gerade daran, sich für eine neue Zukunft eines entgifteten Europas fit zu machen. Dann werden diejenigen, die diese Tage boshaft mit Begriffen wie „Flüchtlings-Tsunami“ um sich brüllen, von Millionen kleiner Wellen „politischer Schönheit“ unwiderstehlich heimgesucht und weggespült.

 ***

Am 25.12.2015, am Weihnachtstag, entdeckten wir frühmorgens im entlegenen Hafen von Tsonja im Nordosten von Lesbos glücklicherweise keine Bootsflüchtlinge im Ägäischen Meer, sondern zwei Delphine. Genauso soll es sein. Die gehören da hin.

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14 Gedanken zu “CONCLUSION I – 21st Century, when Humanity becomes illegal? – Oder ist gerade MITMENSCHLICHKEIT DER Schlüssel für Europas Zukunft?

  1. Ich bin tiefst berührt, geschockt und auch traurig. Diese Zwischenbilanz ist so wahr und tut weh beim lesen. Um mich herum versuche ich in vielen Gesprächen die Herzen der Menschen zu öffnen, die diese Angst vor zu vielen Flüchtlingen haben. Es könnten auch unsere Kinder in den Booten sein. Wir haben nur das Glück, dass wir auf einem anderen Ort aufwachsen durften. Safe Passage! Legale Einreise sofort!

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  2. Thom,
    Ich möchte es auch hier nochmals erwähnen; Du führst für all die Helfer Tagebuch. Sprichst uns aus der Seele und findest immer die treffenden Worte. So stellst du eine Verbindug her zu denen, die nicht vor Ort sein können. Ich denke einigen Menschen ist der Bezug zum Gegenüber und zur bedingungslosen Nächstenliebe verloren gegangen. Wie War das nochmal? „Ich bat um Liebe und mir wurden besorgte, unruhige Menschen mit Problemen gegeben, um ihnen beizustehen“. Um in diesem Zusammenhang auf unsere sich oftmals beklagende Gesellschaft einzugehen..Unser „ZIKO“ hat es wieder mal auf den Punkt gebracht: mit einem Lächeln am Morgen aufzuwachen gelingt Jenen, die am Ende des Tages zufrieden zu Bett gehen.

    Mit deinen Worten öffnest du sicherlich vielen Menschen die Augen.

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  3. Wie können die PolitikerInnen am Morgen noch in den Spiegel schauen? Thom, du hältst uns allen den Spiegel hin. Europa ist vergiftet mit Herzlosigkeit und Verantwortungslosigkeit. Im alten Testament steht: LET MY PEOPLE GO. Wann hört Europa diesen Schrei?

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  4. Ich bin einmal mehr sprachlos und erschüttert! Danke für eine bewegende, tiefgründige, sehr differenzierte und tief menschliche Berichterstattung, nein eigentlich ist es ein Aufschrei für die Menschlichkeit und eine Dokumentation über das „Wegschauen“ Europas..
    Genau deshalb bin ich unterwegs nach Lesbos um vielleicht einen Tropfen auf diesen immer heisser werdenen Stein beitragen zu können.
    Danke! Renata

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  5. Schon seit Monaten lassen mich die Bilder von Lesbos, von den Geschehnissen in der Ägäis nicht los und im Grunde ist mir auch die Lebensfreude verloren gegangen, gerade auch weil ich’s nicht fassen kann, dass das Sterben und die Dramen auf dem Meer seitens Europas kein Thema ist, ja eher unangenehm ist, wenn man davon spricht. sie sprechen mir so aus der Seele, weil ich manchmal das Gefühl habe, nur ich leide darunter. Aber ich will nicht jammern. iCh hoffe dass ich diesen Monat noch nach Lesbos kommen kann…. iCh bin so froh, dass es euch gibt. vIelen Dank! Herzlich Christel Stumpp

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  6. Das Problem sind nicht die Flüchtlinge sondern das System. Die 2. einzigen Möglichkeiten das Problem zu lösen sind wie folgt:

    1.Die vollkommen Abschottung der Eurozone und damit ein Stopp der Aufnehme aller Flüchtlinge.

    2. Die Aufhebung jeglicher Staatsmächt so wie ihre Gesetz und Pflichten. Oder besser gesagt: Absolute Anarchie und die Rückkehr in die Steinzeit. Diese Möglichkeit wird aber mit allen Mitteln verhindert, da sie als Ende der uns bekannten Zivilisation angesehen wird, da dieser Lösung Mord, Plünderung, Vergewaltigung und Terror folgen wird.

    Ich bin ein Befürworter von Lösung 2. Lassen wir es doch drauf ankommen. Es wär ein tolles Experiment mal zu sehn wie die Welt heute zu Tage damit zu recht kommt wenn es keine Gesetze, Ordnung und keine Staaten mehr gibt. Mal schauen ob die Menschen sich wirklich von den Tieren unterscheiden. Zu lang hat Ordnung reagiert. Es ist Zeit die Welt wieder in Chaos zurück zu versetzen. Wie brauchen keine Regeln mehr und auch keine Gesetze. Wir brauchen nur Chaos und Anachie. Die Welt regelt sich selbst. Das ist die Realität. Nur der Starke überlebt. Das ist das Naturgesetze. Und jegliches Sozialsystem (Monachie, Diktatur, religiöser Staat, Sozialstaat, Kommunismus und Kapitalismus) ist ein Verbrechen gegen dieses Naturgesetz.

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    1. lieber Wolf
      ohne regeln, ohne gemeinsame kultur wären wir menschen zurückgesetzt auf wesen ohne einen namen homo sapiens. ihr biologismus und naturalismus vermag mich weder als ausgebildeter biologe noch als kultur- und demokratieverfechter überzeugen. trotzdem soll auch Ihre meinung hier platz finden. mit gruss Thom Held

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    2. Was machst du denn mit all den Warlords, die in einem rechtfreien Raum entstehen, die dann die Menschen ausrauben und unterdrücken, ev. sogar versklaven ?

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  7. Ich bin erschüttert! Bisher bin ich davon ausgegangen, von den Medien ausreichend informiert zu sein, aber diese grausame Wahrheit, hautnah erlebt und so beeindruckend beschrieben, löst in mir eine Ohnmacht aus, die kaum auszuhalten ist. In welcher Welt der Kälte und Härte leben wir eigentlich? Ein großes Dankeschön an alle, die sich für Menschen einsetzen, wo auch immer sie aktiv sind, und „be human“ leben! Schön auch, dass es Menschen gibt, die auf die Misstände aufmerksam machen, so dass hoffentlich irgendwann die Lawine der Menschlichkeit ausgelöst wird.

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  8. Ich finde es schon tragisch, dass es seit Jahren Menschen gibt die Migranten locken über’s Meer zu fahren, wohl wissend, dass sie von Schleppern ausgenommen werden und das viele Ertrinken werden. Das Leid ist von diesen Menschen gewollt !

    Die EU mit ihrer Politik ist da nicht besser, Europa wird damit an den Rand des Abgrundes gebracht, schon andere Imperien haben durch solche Politik den Absturz nicht überlebt.

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    1. Herr Grimm, auch Ihr Kommentar soll publiziert sein, auch wenn er zentrale Punkte der Migration missachtet: Migration beruht primär auf Not durch Krieg, Unterdrückung, Misshandlung und Hunger. Wenn sich Europa und die EU nicht als „Imperium“ versteht, wird sie fähig sein, die Migration zu bewältigen. Der Abgrund und Absturz droht höchstens dann, wenn es sich „imperial“ gebärdet.

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