Es kommen wieder bessere Tage! – Kundgebungen für #SAFEPASSAGE

Weltweit fanden am 27. Februar 2016 Kundgebungen und Märsche zugunsten der #SAFEPASSAGE-Konzeption für sichere Flüchtlingsrouten zu Wasser und Land statt.  Mehr als 100 Städte waren beteiligt (!). Das Medienecho war übers Ganze betrachtet eher flau: Trump-Mania, immer wieder hilflos Dasselbe zur Flüchtlingsthematik sagende oder sich gegenseitig ankeifende PolitikerInnen in den europäischen Ländern dominieren die mediale Aufmerksamkeit. – Die Schweiz beherrschte glücklicherweise der kleine „Aufstand“ der Zivilgesellschaft, dessen aussergewöhnliche Mobilisierung die fremdenfeindliche und den Rechsstaat untergrabende Volksinitiative „Durchsetzungsinitiave“ verhinderte.

Kann es sein, dass #SAFEPASSAGE auch erst dann zum Durchbruch kommt, wenn sich die zivilgesellschaftlichen Kräfte in Europa und Oversea so stark verbünden, dass die Regierungen gar nicht anders können, als wieder auf einen Weg der humanitären Tugenden zurückzukehren?

#SAFEPASSAGE verweist darauf, dass wir in Europa nicht zulassen können, dass Kriegsflüchtlinge im Mittelmeer ertrinken. Es braucht stattdessen eine sichere, legale und kontrollierte Überfahrt. Zur Veranschaulichung dient die Publikation des UNHCR dieser Tage: Die betrüblichste aller möglichen Zwischenbilanzen besagt, dass seit September 2015 im Mittelmeer jeden Tag 2 Kinder ertranken. Jeden Tag von neuem. Und es hört nicht auf. Es sind Kinder, die die Eltern vor dem Krieg retten und ihnen ein Leben in Freiheit ermöglichen wollten. Ich selbst habe auf Lesbos erlebt, wie elendlich es für alle ist, einer Familie entgegenzutreten, die eines ihrer Kinder im kalten Wasser des „Mare Nostrum“ verloren hat (siehe: „Stopp it – Safe passage!“). Es ist fast nicht auszuhalten. Jene Momente helfen jedoch auch … zu klären. Denn diese Verzweiflungstaten, in dunkler Nacht in ein Gummiboot zu steigen und sein eigenes und das Leben seiner Familie zu riskieren, können verhindert werden, durch einen behördlich organisierten Fährbetrieb oder das gezielte Ausfliegen eines Teils der in der Türkei aufgelaufenen Flüchtlinge in entsprechende Aufnahmeländer. Zäune, Mauern, die aktuell immer wieder durch gewaltbereite Polizisten und Militärs noch unüberwindbarer gemacht werden, werden sowieso nicht von Dauer sein. Je kürzer, umso besser, und umso schneller definieren die europäischen Staaten wiederum Wege der Tugend. #SAFEPASSAGE ist eine jener Wegmarken, die dazu nötig sind.

In Zürich fanden sich zur kurzfristig anberaumten Kundgebung auf dem Helvetiaplatz mehr als 1’000 Menschen ein.

Wie eine Studentin – FLAVIA Kleiner – an vorderster Front mithalf, die ursprünglich fast schon durchgewunkene „Durchsetzungsinitiative“ mit direktdemokratischen Mittel „abzuschiessen“, so waren es in Zürich auch zwei Studentinnen, die für die Kundgebung die Verantwortung übernahmen: SOFIA Sabatini, wochenlang selbst Volunteer in der privaten Hilfsgruppierung „Swisscross.help“ auf Lesbos, und LEONOR Diggelmann. Sie wurden tatkräftig unterstützt von SVEN Zaugg und weiteren Freiwilligen.

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Von rechts: LEONOR Diggelmann und SOFIA Sabatini, das Organisationskomitee für die Kundgebung #SAFEPASSAGE in Zürich.

Ich erinnere mich an in diesem Blog niedergeschriebene Gedanken zu Weihnachten 2015: „Zwei lachende Gesichter … als Symbol für die vielen jungen Menschen, die hier auf Lesbos letztlich einfach nur für Eines einstehen: Mitmenschlichkeit. ‚HUMANITY‘ ist oft die Antwort, wenn man diese jungen Menschen nach ihrer Motivation fragt. Das reicht. Mehr braucht es nicht.“ Genau in diesem Sinne haben wir LEONOR und SOFIA erfahren dürfen. Konkretes, überzeugtes und schnelles Handeln, das ihren Schmerz lindern hilft und das die herrschende Politik verändern will.

Es gibt ja Entscheidungsträger, die sich der die Gesellschaft bewegenden Kraft dieser jungen Generation noch nicht bewusst sind und beispielsweise im Falle der „Durchsetzungsinitiave“ eines Besseren belehrt wurden. Gut so. Es kommen wieder bessere Tage! „Die Jungen“ gehen voran, und ihre Mütter, Väter und Grosseltern werden ihnen mit Freude und Stolz folgen.

Einer solch optimistischen Aussicht steht jedoch eine ungeduldige ‚Kritikerin‘ gegenüber: die Zeit! Es darf einem keine Ruhe lassen: Jeden Tag ertrinken Menschen elendiglich im Mittelmeer. Darum gilt weiterhin die Forderung nach einer Politik von #SAFEPASSAGE NOW!

Dies finden abertausende, gar Millionen (?) Bürgerinnen in Europa. Ein paar von diesen liessen sich in Zürich auch dafür ablichten. Ein herzliches Dankeschön!

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Das breitformatige Foto zuunterst zeigt einen Teil derjenigen Personen, die als Mitglieder der privaten Gruppe „Swisscross.help“ unter Führung von MICHAEL Räber auf Lesbos Hilfe leiste(te)n.

 

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Ein Gedanke zu “Es kommen wieder bessere Tage! – Kundgebungen für #SAFEPASSAGE

  1. Ich habe kurzfristig von dieser Kundgebung erfahren und habe mich sofort dafür entschieden daran teilzunehmen!
    Ich bin tief beeindruckt und habe mich entschieden für diese verzweifelten Menschen in Lebensnot einzusetzen!
    Ich möchte mich auch bei allen dafür bedanken,die diesen Anlass ermöglicht haben…
    in diesem Sinne grüsst euch
    Lucia Egger

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