„ALSO, GEBEN WIR GAS!“ – Wenn humanitäre Hilfe nur mit zivilem Ungehorsam möglich ist

[Artikelfoto: Mädchen im Camp Kelebija nahe der Stadt Subotica, während einer abendlichen Essenverteilung.]

Aus Subotica (Serbien) an der serbisch-ungarischen Grenze.
Teil I: „VERGESSEN IN SUBOTICA … am Tropfenzähler der Balkan-Route

Teil II:
Vor gut vier Wochen kam von ABU Ali, einem syrischen Vater, den Michael GROSI Grossenbacher mit dessen Familie in Idomeni kennengelernt und individuell betreut hat, ein Hilferuf. Dieser glich mehr einem Hilfeschrei. Er sei mit seiner Familie in Subotica an der serbisch-ungarischen Grenze angelangt, und es gäbe hier nichts ausser Härte. Desaströse Verhältnisse, feindliche Stimmung. ‚Bitte helft uns!‘, ist die Botschaft dieser verzweifelten Kontaktaufnahme. SIMON, ein freiwilliger Helfer, bereits Balkan-Route-erfahren und GROSI von Idomeni her kennend, macht sich vorerst alleine auf den Weg, während GROSI über den Verein „The Voice of Thousands“ von den neuen Gegebenheiten berichtet und einen Spendenaufruf lanciert. CYRIL Romann, seinerseits gerade in Belgrad am etwas Ausruhen vom monatelangen Helfen in Griechenland und gleichzeitig sich ein Bild über die Situation der Flüchtenden dort machend, erfährt über dieses Volunteer-Netzwerk von der sich zuspitzenden Situation in Subotica. Er schliesst sich mit den anderen kurz, während die Österreicher DAGMAR und THOMAS, selbständig als freiwillige Sanitäter bereits auf Lesbos und Idomeni unterwegs, sich ebenfalls einbringen. Sie fahren übers Wochenende über Wien vor. So sprechen sich die vier vor Ort ab und ziehen ein neues Ad Hoc-Hilfsprojekt auf, mit CYRIL als Koordinatoren.

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CYRIL Romann vom Verein „Fair“.

CYRIL Romann, ausgestattet mit einem Bachelor in Sozialarbeit und Präsident des Vereins Fair in Biel (CH), ist geübt im Koordinieren. Zusammen mit dem Syrer ASLAM Obaid versuchte er die Monate zuvor die Tätigkeit und Warehouses der verschiedenen Volunteer-Gruppe in Griechenland abzustimmen. Damit nicht alle am gleichen Ort dasselbe richtig oder falsch machen. Wenn man sich umhört, waren die freiwilligen Helfer froh, zuweilen begeistert von dieser kooperativen Arbeit. CYRIL gelang es nun innerhalb seines Netzwerks, weitere Helferinnen nach Subotica zu locken. Die Arbeit konnte nun richtig losgehen bzw. hätte richtig losgehen können, wenn man sie nur gelassen hätte.

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Erste Erkundungsfahrt, eingeführt von CYRIL und DAGMAR.
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Michael GROSI Grossenbacher vom Verein „The Voice of Thousands“.

Gewöhnt von der verständnisvollen, ja mitunterstützenden Art der Griechen wurden sie hier jedoch von der zurückweisenden, ja ablehnenden Haltung der serbischen Behörden, aber auch den Einheimischen überrumpelt. Die drei Camps von Subotica – das offizielle und die zwei Transit-Camps Kelebija und Horgoš – stehen unter einem strengen Regime des serbischen „Kommissariats für Flüchtlinge und Migration“ (siehe „Vergessen in Subotica“). Am strengsten, am unzugänglichsten ist es beim offiziellen Camp. Absolut abweisende Haltung bekommen jene zu spüren, die lediglich Menschen in Not Hilfe zukommen lassen wollen. Es ginge somit darum, ergänzend zur behördlichen ‚Betreuung‘ zu unterstützen. Denn das Essen ist spärlich, sehr einseitig – über Wochen gibt es nur Fisch- beziehunsweise Fleischpastete aus der Dose und ein Stück Brot und etwas Wasser. Mangelernährung ist da vorprogrammiert, vor allem wenn man bedenkt, dass auch hier der Kinderanteil in den Lagern bei mindestens einem Drittel liegt. Die Hilfsarbeit der Ad Hoc-Truppe um CYRIL und GROSI konzentrieren sich deshalb auch um frische Früchte und Gemüse, aber auch – und dies ist sehr wichtig für einen gewissen Grad an Selbstbestimmung – um Lebensmittel, mit denen die Flüchtenden sich selbst etwas einfaches Kochen können, dank der Abgabe von Zwiebeln, weiterem Gemüse, Reis und Pasta, Salz, zudem Kaffee und Tee.

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Spaghetti, Salz, Kräckers und Schokoriegel
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Hygiene- und Sanitär-„Sackerl“ von DAGMAR und THOMAS

GROSI, und LORENZ haben zudem im Camp Kelebija bei jeder Zeltgemeinschaft nach den dringlichsten Bedürfnissen nachgefragt. So konnten, finanziert durch Spendengelder, auch individuelle Notwendigkeiten wie Babyausrüstung, bis hin zum Schnuller, aber auch Töpfe, Pfannen, Schöpfkellen, Löffel, Küchenmesser, Mückenschutz, Lampen, Decken, Schlafsäcke und Zelte abgedeckt werden. GROSI kümmert sich zudem um einzelne Familien, die er seit Idomeni auf ihrem Weg in ihre Zielländer als sogenannte „Einzelfälle“ unterstützt, berät, rechtliche Abklärungen trifft. Dementsprechend eng und herzlich sind die Kontakte zu ausgewählten Flüchtenden.

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Harte Verhandlungen im chinesischen Shop für ein Preiserlass beim Kauf von Zelten und Schlafsäcken.

Das Verrückte ist, dass sowohl die Essensverteilung als auch die Ausgabe von weiteren Hilfsgütern IM VERBORGENEN passieren muss. Ausserhalb der Camps, ausserhalb der Arbeitszeiten und Zuständigkeit des serbischen Kommissariats. Als man diese Tage sich entschloss, neben dem Camp Kelebija auch noch jenes von Horgoš ergänzend zu versorgen, entschloss man sich in Absprache mit den Flüchtenden für eine Verteilung im Ort Horgoš selbst. Auf dem freien Feld wäre es viel einfacher und ohne Störung der lokalen Bevölkerung möglich. Doch innerhalb der Orte ist die ordentliche, zurückhaltend bis „supernett“ sich verhaltende Polizei zuständig, währenddem ausserhalb die strenge Grenzpolizei mit dem demonstrativ kalten und abweisenden Auftreten das Regime hat.

Will man also helfen, heisst es von der serbischen Behördenseite unmissverständlich, in forschem Ton: „Help is not allowed! Go home!“ – Dies überrascht. Macht betroffen. HELFEN VERBOTEN! – Selbstverständlich sind sich Polizei und das Kommissariat für Migration und Flüchtinge bewusst, dass ihre Versorgung lediglich gerade dazu reicht, dass die Flüchtenden in ihren Händen nicht sterben müssen. Alles weitere, das die Lebensbedingungen auf ein menschlicheres Niveau anheben würde, wird in Kauf genommen. Die Konsequenz, mit der dies hier vonstatten geht, macht deutlich, dass dies einem politisches Kalkül folgt. Man will um jeden Preis ein zweites Idomeni verhindern, indem man die Signale auszusenden trachtet, dass man besser gar nicht nach Serbien kommt. Wie schon oft auf dem Fluchtweg aus Syrien, Irak, Afghanistan werden die Menschen in Not als politisches Pfand benutzt, ja missbraucht. Anstatt dass Schutzbedürftigkeit Schutzbestrebungen auslöst, werden solche mit allerlei Phantasie, manchmal auch mit primitiver Niedertracht unterbunden.

Wenn ich also Helfer begleite, die sich abends ins Camp Horgoš hineinschleichen wollen, um abzuklären, wie man am Besten und am Direktesten helfen kann, und von der Grenzpolizei in rauhem Ton aufgegriffen und unter Androhung von rechtlichen Massnahmen weggewiesen werden, fühlt man sich kurz in krimineller Mission unterwegs. Doch unvermittelt folgen Fragen wie: Was bringt Menschen mit Verantwortung für andere Menschen an diversen Orten in Europa nur dazu, dass man einfache Formen von Mitmenschlichkeit kriminalisiert? Ist dies nicht jener Wertezerfall, vor dem sich die Bürgergesellschaften in Europa fürchten, wenn Fremde in Not an unseren Grenzen anklopfen? Sind es nicht die Europäischen Staaten selbst, die ihre so grundlegenden und die Gesellschaft zusammenhaltenden Werte aktiv zu zersetzen begonnen haben?

Wir stehen im freien Feld, zwischen Autobahn, Zollstation, Grenzzaun, das Camp Horgoš vor uns, die Grenzpolizei im Nacken, und mich persönlich durchläuft ein ähnlicher Schauder, der mich in Idomeni mehrmals heimsuchte: damals im Schlamm und Regen stehend, die Brutalität europäischer Abschreckung vor Augen, aber auch das Gewimmer und Geschrei der Kinder in meinen Ohren. Wieder dieses Gefühl! Nicht einfach nur wegen des offensichtlichen Leids dieser Menschen auf der Flucht vor Krieg, Terror und Unterdrückung. Nein, genauso auch wegen des Systemversagens, das tiefer geht, als ich es ertrage beziehungsweise zu ertragen gewillt bin. Ein System, an das Millionen von Europäerinnen und Europäer glauben und ihr Leben darauf aufbauen. Ein System, das auf Rechtstaatlichkeit, auf dem Schutz der Würde jedes einzelnen Menschen unabhängig seiner Herkunft, Rasse, Religion, Geschlecht, .., aber das auch auf dem Öffentlichkeitsprinzip beruht. Hier und anderswo zu erfahren, dass in diesen unseren Zeiten diese sich mehrenden Formen von Wertezerfall auch zur Bedrohung unseres liebgewonnenen, Sicherheit bietenden demokratischen Systems werden könnte, macht dieses unertägliche Leid der Flüchtenden auch zum immer weniger erträglichen Leid für manch eine Europäerin und Europäer, egal in welchem Land er oder sie lebt, weil wir voneinander abhängen.

Wenn hier Helfen untersagt ist, so ist es auch, mit einer Kamera in den Camps aufzutauchen. Den Spruch „No photo!“ kennt man bereits von allen Brennpunkten der Flüchtligsbewegungen. Hier in Subotica wird man noch vorsichtiger, man wirkt gehemmt, traut sich nicht bis soweit vor, dass man Gefahr läuft, die Ausrüstung abgenommen zu bekommen. Das Ziel ist erreicht, würde dazu das Kommissariat wohl entgegnen. Wo kämen wir auch hin, wenn die Öffentlichkeit wüsste und im Bild sähe, wie es an dieser Tröpfchenspender-Balkan-Route auch noch aussähe.

Wie zum Beispiel Folgendes: Ein jugendlicher Afghane von ungefähr 14, maximal 15 Jahren berichtet nach einem misslungenen Fluchtversuch, dass die ungarische Grenzpolizei Tore am Grenzzaun angebracht hätten, um nachts Hunde auf der serbischen (!) Seite auf jene Flüchtenden loszujagen, die es auf eigene Faust versuchen, nach Ungarn durchzukommen. Mit Wärmebildkameras würden sie auch in der Nacht alle Bewegungen abscannen und dann die Hundehetze veranlassen. In Bulgarien – er flüchtete aus der Türkei über Bulgarien hierhin – hätten die Grenzer sogar die Möglichkeit, gar Order (?), auf Flüchtende zu schiessen. Bürgerwehren hätten ihm beim ersten, gescheiterten Versuch Geld, Handy und Kleider abgenommen. Er hätte nichts mehr gehabt. – Nochmals kurz verortet: Das sind Geschichten aus der eigentlich vertraglich vereinbarten, europäischen Werteunion. Geschichten, die glaubwürdig erscheinen, aber nicht wirklich zu verifizieren sind, ausser man setzt sich selbst der staatlich verordneten Brutalität an Europas Grenzen aus.

Wo kämen wir hin, wenn die, die es sehen wollen, es auch einsehen dürfen, was von öffentlichem Interesse ist?

Wo kämen wir hin, wenn humanitäre Hilfe bedingungslos möglich ist, einfach weil es human ist?

Stattdessen die Losung: HELFEN VERBOTEN – Man will es zwar nicht so verstanden wissen, aber im Endeffekt läuft eine Politik der Abschrenkung wie hier in Serbien doch darauf hinaus.

***

An dieser Stelle aufzuhören zu schreiben, gäbe durchaus Sinn, wenn auch der Schluss etwas traurig wäre. Es wäre aber so, wie wenn man in dieser Situation aufhören würde, trotz aller Widerwärtigkeiten Hilfe zu leisten. Also muss auch ich schreibend wieder ZUM MENSCHLICH NATÜRLICHEN zurückkehren. – Wie es der Zufall will, schreibt ein Freund zu später Stunde über einen Whatsapp-Chat folgende Worte: „Terrence Malick, der Regisseur von ‚The Thin Red Line“, zeigt uns aber auch: Neben all dem menschlichen Unvermögen und Wahnsinn gedeiht unbeeindruckt ‚Natur‘.“ Und er schliesst mit den Worten: „In diesem Sinne: Gutnacht.“

In diesem Sinne nun auch wieder ‚Guten Tag‘! Strahlender Tag. Denn freiwillige Helfer wie CYRIL aus Biel, BARBARA aus Uznach, LENA aus Lichtensteig, IRIS und GROSI aus Bern, JASMIN aus Wil, LORENZ aus Basel, DAGMAR und THOMAS aus Wien beziehingsweise Eisenerz, zusammen mit den Locals und ihrer NGO: nämlich ARON aus Subotica, dem Ungarn DAVID und DAN aus Amerika, alle diese Helfer sind beispielgebend auch dann bereit, humanitäre Hilfe zu leisten, wenn dies nur mit einer Portion zivilen Ungehorsam geht. Weil sie die europäischen Werte aufrechterhalten sehen wollen. Weil humanitäre Hilfe weder politisch noch an Bedingungen zu knüpfen ist.

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JASMIN, IRIS und LENA (von links nach rechts)
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LORENZ und THOMAS beim Erproben eines Prototyps für eine mobile Dusche.
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BARBARA und CYRIL bei der Distribution in Horgoš.

So haben sie einfache Strategien entwickelt, um dem Regime des serbischen Kommissariats auszuweichen, und trotzdem, so gut es unter diesen misslichen Umständen geht, die Hilfe den Hilfsbedürftigen zukommen zu lassen. Man spricht sich mit Informanten in den Camps ab. Schleicht sich in die Camps Kelebija und Horgoš hinein, um zu sehen, was am Dringlichsten ist. Organisiert dann im Stillen die Hilfsgüter, und lässt sie spätabends oder nachts den Bedürftigen zukommen.

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Nächtliche Verteilaktion am Busbahnhof von Subotica, für Neuankömmlinge.

Der Lohn dafür ist gross. Die Dankbarkeit der Menschen in Not ist immens. Unmittelbar. Herzlich. – Zwei saftige Nektarinen mögen manchmal schon reichen, für ein Dankeschön voller Anerekknung und Demut. Auch Gelegenheit zum Schmunzeln gibt es: Wer hätte daran gedacht, dass die jungen Burschen – oft keine 18 Jahre – nicht wissen, dass man Tomaten einfach so essen kann, ohne sie zu kochen. Manch einer hat die Nektarinen im Nu gierig verschlungen und bringt die Tomaten zurück, weil sie damit nichts anzufangen wissen. Sie hätten keine Instrumente dazu, könnten nicht kochen. So beginnt der Kulturaustausch auch schon mal mit dem demonstrativen Verzehr einer Tomate.

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Der überaktive Bursche aus Afghanistan, 14 Jahre jung, aufgrund seines Krafttrainings und seiner Akrobatikübungen von den Mitflüchtenden „Bruce Lee“ genannt, beweist sich auch als Tomatenjongleur.

Dass es, wenn Frauen dazukommen, auch ganz anders geht, erfahren wir beispielsweise mit der Familie von KERIM und NERMIN. Zweimal gelingt es uns nicht, die Einladung zu einem Nachtessen abzulehen. So sitzen wir in ihrem flüchtigen Heim und speisen reichhaltig. Zubereitet mehrheitlich aus jenen Hilfsgütern, die wir ein, zwei Tage vorher selbst an sie verteilt haben. Absurd, aber vielleicht genau das, worum es auch geht. Dieser Austausch, diese Nähe, diese Gastfreundschaft ist mehr Lohn, als es Vielen in ihrer abgestammten Arbeit zuteil wird.

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00:30h – Exzellent schmeckendes Mitternachtsessen – „Droschek“ – im „Heim“ von KERIM, NERMIN und MOSTAPHA im Camp Kelebija.
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Zum Abschied noch einmal ein Tee von KERIM.

Ein anderer Lohn ist wohl ein eher verborgener. Etwas Weniges aktiv gegen den schleichenden Wertezerfall zu unternehmen, scheint für nicht wenige Helfer nicht einfach nur eine politische Beinote zu beinhalten, sondern verschafft immer wieder auch eine stille, aber motivierende Befriedigung.

Das Verborgene wird jedoch im Alltagsgeschehen vom Organisieren und Vorbereiten überstrahlt. Ich wohne einer Diskussion von CYRIL und GROSI bei, bei der es darum geht, ob und wie man das Camp Horgoš zusätzlich zum Camp Kelebija mit Hilfsgütern, vor allem Lebensmitteln versorgen soll. GROSI muss bald nach Griechenland weiterreisen. „Lasst uns mal zwei Tage liefern“, ist ein Gedanke. „Besser als Nichts.“ – „Nein, das finde ich nicht gut,“ entgegnet CYRIL. Er hält inne, und sagt dann bestimmter: „Das ist nicht gut!“ Es brauche Kontinuität, die Vertrauen schafft. Also anders. Sie diskutieren weiter. Beschliessen einen provisorischen Modus für die nächsten zwei Wochen, solange CYRIL und seine Helferinnen noch hier sein können. Später kommen sie auf einen alternierenden Modus: ein Tag Kelebija, ein Tag Horgoš. Das ist bewältigbar. So murmeln die zwei noch etwas vor sich hin, bis CYRIL meint: „Also, ab morn gämmer Gas!“ (Ab morgen geben wir Gas!) Das sagt einer, der seit Oktober 2015, seit neun Monaten ohne Pausen, im Normalfall sieben Tage die Woche zuerst im Camp Moria auf Lesbos, später im ‚Moloch‘ Idomeni und nun hier ohne Entgeld arbeitet.

„Also, gämmer Gas!“

 

***

In der Folge einige Fotos von den diversen Stationen der Versorgung von Flüchtenden.

Warten auf den Essens-Bus. Dieses Mädchen kommt sogar in den Genuss eines Eises.

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Der stolze und vorwitzige ORHAN im UNICEF-Shirt, Sohn von MASUD, einem ebenso stolzen Charakterkopf aus Syrien, posiert, doch alle Kinder wollen aufs Bild!

RONAS, das ‚Nachbarsmädchen‘ der Familie von KERIM, am Vortag noch schüchtern im Hintergrund, wickelt mich nun um den Finger. Auch bei unserem dritten Aufeinandertreffen.

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Dann: „Food, Food, Food!“, rufen die Kinder. Heitere Aufregung erfasst die Gruppe. Die Kinder hüpfen, lachen, rennen, während sich die Erwachsenen sofort, zum Teil mit Kindern auf den Armen, hinter dem sich parkenden Lieferwagen aufreihen, geduldig wartend, bis die Essensverteilung beginnen kann.

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Die Mutter aus Syrien präsentiert mir ihr Jüngstes und erzählt stolz: „Geboren in Idomeni.“

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Neu angekommene Mutter. Für das Baby wird in den Folgetagen ein Kinderbettchen und für Ihren nachtblinden Mann eine Lampe besorgt.

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Dieses Mädchen, das am Auge verletzt ist– eine Art grauer Star, den die Eltern im Zielland behandeln lassen wollen –, zeigt mir stolz ihre Kreaturen, die sie aus einer Knetmasse fabriziert hat.

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*****

SPENDEN für die direktestmögliche Hilfe vor Ort
können auf folgende Konti überwiesen werden:

The Voice of Thousands (Michael GROSI Grossenbacher)
PC-Konto: 89-869498-8
IBAN: CH85 0900 0000 8986 9498 3
The Voice Of Thousands, Eidmattstrasse 2, 8032 Zürich
Verein The Voice of Thousands 

Verein Fair (CYRIL Romann)
Bank: PostFinance AG, Mingerstrasse 20 3030 Bern, Switzerland
Bic/Swift: POFICHBEXXX
Account Holder: FAIR.
Adress: Schlossstrasse 12, 2560 Nidau, Switzerland
Account Number: 60-729289-0
IBAN: CH65 0900 0000 6072 9289 0
Message: Direkthilfe
Verein Fair

Vielen herzlichen Dank sagen GROSI und CYRIL mit ihren Teams.
Mehr noch zu ihrer Tätigkeit im nächsten Artikel hier im Blog.

 

 

 

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2 Gedanken zu “„ALSO, GEBEN WIR GAS!“ – Wenn humanitäre Hilfe nur mit zivilem Ungehorsam möglich ist

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